Kritik: Das Licht am Ende der Welt (1971)

Kritik: Das Licht am Ende der Welt (1971)

Das Licht am Ende der Welt

19712 h 00 min
Kurzinhalt

Der verantwortungsbewusste Captain Moriz, Will Denton und Felipe verrichten ihre Arbeit als Leuchtturmwärter auf einer kargen Felseninsel nahe Kap Horn. Eine Bande von Seeräubern, die unter dem Kommando von Jonathan Kongre stehen, landet unter falscher Flagge auf der Insel. Captain Moriz und Felipe wurden bei der Begrüßung sofort brutal ermordet. Denton beobachtet dies und versteckt sich in den Felsen. Die Piraten leiten mit falschen Lichtsignalen Schiffe aufs Riff, um diese auszuplündern. Überlebende werden sofort abgeschlachtet. Doch Denton konnte einen Passagier retten, während die hübsche Arabella den Piraten in die Hände fiel. Kongre treibt mit ihr ein teuflisches Spiel, um Denton aus seinem Versteck zu locken. Schließlich erkennt Denton, dass es für ihn nur einen Weg zum Überleben gibt, er muss alle Piraten töten. Gemeinsam mit seinem gestrandeten Freund ...

Metadaten
Regisseur Kevin Billington
Laufzeit 2 h 00 min
Starttermin 16 Juli 1971
IMDb Id tt0067345
Detail
Medien
Film-Details Verfügbar
Bewertung Gut
Bilder
Dieser Klassiker ist ganz klar der THE WILD BUNCH (1969) der Piratenfilme.
Hartes zynisches Männerkino, welches aufgrund seiner geradezu kindlichen Ehrlichkeit in der heutigen Zeit keinen Platz mehr hat.
Auf einer einsamen Felseninsel am südamerikanischen Kap der guten Hoffnung, gehen der ehemalige Goldgräber Will Denton (KIRK DOUGLAS) und 2 weitere Einsiedler ihrer Arbeit als Leuchtturmwächter nach. Das friedliche Dasein der 3 Männer wird empfindlich gestört, als eine Galone in die Bucht einparkt. Während sich der alte Leuchtturmwächter (FERNANDO REY) mit seinem jugendlichen Gehilfen aufmacht den unerwarteten Besuch persönlich einen guten Tag zu wünschen, bleibt Denton auf dem Turm, um sich per Fernrohr einen Überblick zu verschaffen. Was Denton aus sicherer Entfernung miterleben muss, ist der 1. Schock dieses genialen Streifens. Die zuerst regungslos auf Deck rumlungernde Besatzung beginnt plötzlich damit, die beiden harmlosen Landratten aufs brutalste zu massakrieren. Captain Kongre (YUL BRYNNER) besteigt das Deck und setzt samt Wallach und seinen blutrünstigen Höllenhunden auf das vulkanische Eiland über. Ziel ist der Leuchtturm, mit dessen Hilfe die Piraten Nachts Handelsschiffe an die felsige Küste locken wollen, um zu killen und zu plündern.
Bilder von ""

© − Alle Rechte vorbehalten.

Dieses schändliche Vorhaben gelinkt den Rabauken auch einmal, aber Captain Kongre hat seine Rechnung ohne Will Denton gemacht.
THE LIGHT AT THE EDGE OF THE WORLD ist schwer mit Worten zu beschreiben. Als ich den Film erstmals als Kind gesehen habe, war ich doch etwas traumatisiert, verwirrt und abgestoßen. In der Erwartung einen weiteren bunten Seeräuberfilm bestaunen zu dürfen, wurde ich vom Regisseur pausenlos getoll schockt. In verstörender Erinnerung ist mir der Streifen trotzdem geblieben. Da im TV ausschließlich “cut” ausgestrahlt, besorgte ich mir die britische DVD und sieh an, ein kleines Meisterwerk entfaltete sich. Über den Film könnte ich bis zum Abwinken referieren, ich versuche es kurz zu machen. Eigentlich handelt es sich nicht um einen Piratenfilm, eher um eine Geschichte a la “Graf Zarrof-Genie des Bösen”. Das Subgenre Menschenjagd ist gemeint, ich nenne mal kurz einige schöne Vertreter dieses selten besprochenen Genrebastards : “Millionenspiel”(Regie:Tom Toelle),”Open Season”(R:Peter Collinson) oder “Hard Targets”(R:John Woo). DAS LICHT AM ENDE DER WELT ist ein Paradebeispiel für die Veränderung (ganz klar beeinflusst durch den Italo Western) des zeig baren im Mainstreamkino.
Bilder von ""

© − Alle Rechte vorbehalten.

Ende der 60er Anfang der 70er Jahre kamen solche Filme in die Lichtspielhäuser. Mindestens 2 bekannte Gesichter, oder sogar Stars erstaunten den Kinogänger, da dieser seine Lieblinge noch nie in so gewalttätigen Filmen ertragen musste. Als Beispiele nenne ich mal “Soldier Blue”, “Hunting Party” oder “Bonnie And Clyde”. Hier haben wir nun (den leider viel zu früh vom Krebs dahingerafften) Yul Brynner als absolut charismatischen hinterfotzigen Anführer der Piratenbrut und Kirk Douglas als Hero mit nicht ganz unbefleckter Weste. Was diese Vollblutmimen hier abliefern, muss man einfach gesehen haben. Ein 122 Minutenduell bis zum Verrecken, einfach toll. Auch der ungewöhnliche Look der barbarischen Freibeuter verdient Erwähnung. Ein großer Teil der Horde sieht indianisch aus, was wenn man sich den Ort der Handlung betrachtet, durchaus logisch erscheint. Unter den Piraten kann der Fan auch den einen oder anderen Spaghetti-Western Veteranen (z.B. Aldo Sambrell) leicht erkennen. Die Splatter-Sequenzen und die an Tier-Snuff erinnernde Szene mit Dentons Meerkätzchen, halte ich bei einer solchen Produktion auch heute noch (lange vor “Fulci” und “Deodato”) für äußerst gewagt. Der Film soll übrigens auf einer Geschichte von “Jules Verne” basieren, was mich doch etwas hüsteln lässt.
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