Der Schinderhannes (1958)

Der Schinderhannes (1958)

Der Schinderhannes

19581 h 55 min
Kurzinhalt

Hunsrück, zur Zeit der napoleonischen Besatzung: Als der Reichsgraf von Cleve-Boost nach seiner Flucht vor den französischen Truppen zurückkehrt und den Bauern ihren Besitz nimmt, stürmt Räuberhauptmann Johannes Bückler, bekannt als Schinderhannes, mit seinen Leuten dessen Schloss Hungersbach; die Bauern holen sich ihr Eigentum zurück. Carl von Cleve-Boost, der Sohn des Reichsgrafen, schließt sich dem Schinderhannes an.

Metadaten
Regisseur Helmut Käutner
Laufzeit 1 h 55 min
Starttermin 17 Dezember 1958
IMDb Id tt0052162
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Gut
Bilder
Die Briten hatten ROBIN HOOD, die Franzosen ihrerseits CARTOUCHE, und die Deutschen ikonisierten den SCHINDERHANNES als gesetzlosen Rebellions-Puffer zwischen arm und reich.
Regisseur KÄUTNER präsentiert herrliche Naturaufnahmen in satten Farben, sowie in die Handlungszeit glaubwürdig-passende Bauten, Requisiten und Kostüme. Er wird, zumindest durch diese Attribute, dieses Stückes deutscher Geschichte des späten 18. Jahrhunderts gerecht.
Deutliche Schwächen offenbart die zwar stringent vorangetriebene, aber letztlich, auch dramaturgisch, zu simpel gestrickte Storyline, sowie, in direkter Verbindung, die Auswahl des Castes. Wenn man schon, trotz historischer Steilvorlage, keine große Geschichte zu erzählen hat, ist es der metaphorische “Genickschuss”, wenn die dringend erforderliche, authentische Identifikation mit den Charakteren nicht gelingt. Spannung generiert sich nun einmal entweder durch die Handlung selbst, oder durch die Empathie bzw. Antipathie gegenüber den “Helden und Gegenspielern”. Bestenfalls lässt die beeindruckende Kombination dieser beiden Bausteine Meisterwerke entstehen – oder eben “Filmchen” wie die hier vorliegende Adaption eines Lustspiels von Carl Zuckmayr.
CURD JÜRGENS, ansonsten begnadeter Mime, war und wirkte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten zu alt(backen), um einen in der Handlungsrelevanz 25,-jährigen Räuberhauptmann glaubhaft darzubieten. MARIA SCHELL nimmt man die toughe Räuberbraut ebenfalls kaum ab, zu niedlich, verträumt und unterwürfig plätschert die Interpretation dahin. Die Antagonisten bleiben gemeinschaftlich blass und ohne hervorstechendes Charisma, ein wirklich und wahrhaftig hassenswerter Villain, mit Erinnerungswert und markanten Charakterzügen von Bosheit und Niedertracht, wurde gar nicht aufgeboten.

Insgesamt sei dem SCHINDERHANNES “Style-over-substance” attestiert, vieles, gerade die Massenszenen, rangierte auf TV-Niveau, was auch das halbe Bonuspünktchen definiert, denn für gut 1 1/2 Generationen der Fünfziger und Sechziger Jahre dürfte dieses Werk, aus der populären Ära der HEIMATFILME, sogar als Kult(ur)film gegolten haben, zumal der opulente Streifen auch unzählig als Fernsehwiederholung der “beschaulichen Familiensonntage” zelebrierend verhaftet war. (Johnny)


 

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