Kritik: Die Hunde des Krieges (1980)

Kritik: Die Hunde des Krieges (1980)

Die Hunde des Krieges

19801 h 58 min
Kurzinhalt

Der amerikanische Abenteurer und Söldner Jamie Shannon wird von einem britisches Bergbau-Unternehmen beauftragt, einen Staatsstreich im westafrikanischen Zangaro zu organisieren. Der Großkonzern hat es auf die reichen Bodenschätze des Landes abgesehen und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück. Eigentlich möchte er sein bisheriges Leben an den Nagel hängen und in Frieden leben, doch dafür benötigt er etwas Startkapital. Nachdem sich Shannon vor Ort ein Bild über die dortigen Verhältnisse gemacht hat, stellt er ein fünfköpfiges Team aus Söldnern zusammen, um den zangaroischen Präsidenten zu stürzen und durch einen von seinen Auftraggebern ausgesuchten Exilpolitiker zu ersetzen. Allerdings kommen ihm bald Zweifel an dem Unternehmen, denn mit dem neuen Staatsoberhaupt wird lediglich ein Übel durch ein anderes ersetzt...

Metadaten
Regisseur John Irvin
Laufzeit 1 h 58 min
Starttermin 17 Dezember 1980
IMDb Id tt0080641
Detail
Medien
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut
Bilder
Bei „Die Hunde des Krieges“ handelt es sich eindeutig nicht um Actiongülle der hier sonst so gewohnten Art. Der Film beinhaltet zwar sämtliche Ingredienzien, die man für die gepflegte Actiongülle benötigt (Söldnertrupp, Diktatur, Waffen, Intrige), doch ist John Irvins erster in Deutschland erschienener Kinofilm (er drehte später u. a. „Der City Hai“ und „Hamburger Hill“) bierernst aufgebaut und kommt komplett ohne Exploitation aus. Insofern kann der Film auch nicht auf dem Amusementsektor punkten, auch wenn Christopher Walken vor allem zu Beginn des Films mit einer übelsten Fönfrisur schon ein wenig freaky ‘rüberkommt. Doch das gibt sich schon bald, denn bei seinen Erlebnissen in der zangaroischen Diktatur (Zangaro ist natürlich ein fiktives Land) hält sich diese trotz Drei-Wetter-Tafts nicht besonders lange. Walkens Maske nach seiner durchlittenen Folter sieht durchaus gelungen aus, denn ihm wurde wirklich derbe mitgespielt und entsprechend zerschunden kommt sein Gesicht ‘rüber. Generell spielt Christopher Walken seine Rolle gut – er gibt den stoischen Helden, der aber nicht nur eindimensional angelegt ist, sondern seine Figur glaubwürdig den unterschiedlichen Momenten im Film anpasst. Die anderen Darsteller gehen eher unter und sind von weniger großer Bedeutung in ihrer Besetzung. Ganz witzig dabei ist allerdings zu sehen, dass Ed „Al Bundy“ O’Neill hier einen seiner ersten Kinokurzauftritte hatte, bevor er sieben Jahre später damit begann, sich in „Eine schrecklich nette Familie“ unsterblich zu machen.
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Man kann dem Film eventuell vorwerfen, sich reichlich viel Zeit für seine Entwicklung hin zum eigentlichen Ziel der Mission zu nehmen, was sicherlich auch besser hätte gelöst werden können. Schließlich dauert es tatsächlich ca. 80 min, bis die eigentliche Action beginnt – die ist dann auch nicht besonders lang, aber es knallt schon heftig in Großaufnahmen und das Schwarzpulver dampft gewaltig. Zudem muss man bedenken, dass es eine noch längerer Fassung gibt, die hier im angebotenen Mediabook mit dabei ist, die dann entsprechend noch weiter ins Detail geht, was die Handlung angeht. Dennoch ist die lange Zeit der Unternehmensvorbereitung interessant inszeniert, unterstützt von einem unauffälligen, bedrohlich begleitenden Soundtrack. Schwierig sind die ganzen kleinen Zusammenhänge bei der Beschaffung der unzähligen Waffen zu verstehen – da muss man dann doch sein Hirn einmal etwas auf Sparflamme schalten, denn letztendlich wird man hier unnütz überfordert, denn es kommt am Ende lediglich darauf an, dass die ganzen Ballermänner herangeschafft werden, und das gelingt schließlich auch. Hinzu kommt, dass einige Waffenverhandlungen auf französisch geführt werden und es dem deutschen Verleih anscheinend zu teuer war, diesen Gesprächen Untertitel auf Deutsch zu spendieren, so dass einige Unterredungen nur für Zuschauer mit besseren Französischkenntnissen nachvollziehbar sind.
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„Hunde des Krieges“ bietet einen Vorgeschmack auf andere Filme, die alsbald folgten und die sich ebenfalls mit den Verhältnissen in tropischen Diktaturen befassten und die die vielen guten Ansätze dieses Films in eine noch bessere Umsetzung brachten. Erinnert sei hier vor allem an den hervorragenden „Under Fire“ (Under Fire, USA 1983) mit Nick Nolte in der Hauptrolle als Fotoreporter, aber auch an „Salvador“ (Salvador, USA 1986) mit James Woods. Auch er spielt einen Fotografen. Christopher Walken gibt sich in unserem hier besprochenen Film lediglich als Fotograf aus, um vermeintlich unbehelligt als Vogelkundler investigativ unterwegs sein zu können, was schließlich nicht zum erwünschten Erfolg führt, denn die ganze Fotografie passt den Mächtigen des Landes nicht – Vogelkundler hin oder her.
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Schlussendlich kommen wir nicht umhin, „Hunde des Krieges“ als einen äußerst gelungenen Beitrag des Kriegsfilms – Subgenre Söldnerfilm – zu würdigen, der (vielleicht leider) keinen Vergleich mit einem wirklich hervorragenden Güllefilm wie Das Söldnerkommando (Kill Squad, USA 1981) eingehen kann.
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