Kritik: Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse (1970)

Kritik: Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse (1970)

Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse

19701 h 35 min
Kurzinhalt

Die Londoner Polizei jagt den „Vampirmörder“, einen Psychopathen, der junge Frauen tötet und ihr Blut trinkt. Die Spur führt schließlich zum sinistren Wissenschaftler Dr. Mabuse. Zeitgleich verhandelt Konratz, ein skrupelloser Vertreter eines totalitären Staates, mit Fremont vom britischen Geheimdienst über den Austausch von Geiseln. Im Gegenzug soll die Polizei die Vampirmorde nicht weiter verfolgen. Doch Dr. Sorel, ein junger Pathologe, forscht auf eigene Faust weiter und stößt im Landsitz von Dr. Mabuse auf Ungeheuerliches ...

Metadaten
Regisseur Gordon Hessler
Laufzeit 1 h 35 min
Starttermin 2 Februar 1970
IMDb Id tt0064949
Detail
Medien
Film-Details Verfügbar
Bewertung Gut

“Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse” ist ein Grusel-Streifen aus dem Hause “Hammer Films”. In den 70s waren die Filmstudios im Umbruch und zahlreiche neue Werke setzen neue Ideen, Maßstäbe in die Tat um. Auch die “Hammer Studios” begannen langsam den Gothic-Grusel den Rücken zu kehren um neue Erfahrungen zu testen. Der oben genannte Film zeigt eindrucksvoll den Versuch sich neu zu orientieren um den Erfolg ihrer vorangegangenen Produktionen anzuknüpfen.

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Vor allem der Cast liest sich schon sehr eindrucksvoll – Christopher Lee, Peter Cushing und Vincent Price in einem Film – die Top-Stars des Film-Studios in einem Werk. Jedoch wird die Vorfreude des Zuschauers schnell getrübt, alle Drei besetzen eher kleinere Rollen und treffen selten bis gar nicht im Verlauf der Story aufeinander.

Auch wenn “Hammer Films” neue Wege bestreiten wollte, so sind sie im Vergleich zu anderen Produktionen aus dem Jahrzehnt der 70er noch sehr zahm und zurück haltend. Dies kann durchaus verschiedene Gründe haben. War es Angst davor neues zu bestreiten oder doch eher ein geringes Budget um sich vor evtl. bevorstehenden Flops zu schützen. Im Film “Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse” sind kaum blutige Szenen enthalten, Leichen noch weniger, und einen Dr. Mabuse gibt es sozusagen nur als Aufhänger. Auch gewohnte erotische Szenen und Einblicke bleiben dem Zuschauer verwehrt.

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Manche Szenen wirken teilweise etwas zu langatmig oder entfalten erst im späteren Verlauf ihre Wirkung. Besonders auffallend bei der Anfangs-Sequenz mit einem Jogger. Erst nach und nach werden dem Zuschauer Informationshappen zu geworfen und erst im späteren Verlauf erfährt man um was es sich z.B. beim Jogger handelt. Diese Verwirrung könnte manchen die Schaulust und Begeisterung vermiesen.

Hinzu kommt das vieles etwas unausgegoren wirkt, laut Angaben soll Vincent Price in einem Interview gesagt haben, das er bei den Dreharbeiten nicht wusste, um was es im Film geht. Somit hat Regisseur Gordon Hessler dem ganzen noch einen Trash-Stempel verpasst. Ob dies beabsichtigt war – oder einfach nur am simplen, langweiligen Skript und das geringe Budget lag bleibt unbeantwortet.

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Ein großer Pluspunkt dieses fast chaotisch wirkenden Films ist die Atmosphäre der 70er Jahre. Sie wurde gekonnt mit Kostümen, Sets, Musik, Frisuren eingefangen und werden dem Zuschauer sprichwörtlich unter die Nase gehalten. Man kann förmlich die 70er riechen und fühlt sich zurück versetzt. Regisseur Gordon Hessler und die Produzenten wagten neue Wege, sie versuchten Alte Dinge mit neuen Dingen zu vermischen und ihnen gelang es aufgrund von Zaghaftigkeit nur wenig bis gar nicht.

Wer kein Problem damit hat das “Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse” hin und wieder etwas unfreiwillig komisch wirkt, obwohl alle Akteure versuchen ihren Rollen Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit zu vermitteln, und einen Hauch Trash mag, wird sicherlich seine Freude haben. Wer jedoch lieber einen Film mit einer gut durchdachten Story und einem roten Faden sucht, der wird sehr enttäuscht werden. Schade, denn mit der Top- Besetzung aus dem Hause “Hammer Films” hätte man sicherlich mehr auf die Beine stellen können. (Stefan)


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