Die toten Augen des Dr. Dracula (1970)

Die toten Augen des Dr. Dracula (1970)

Die toten Augen des Dr. Dracula

19661 h 20 min
Kurzinhalt

Der Arzt Paul Eswai wird in ein kleines Dorf gerufen, wo sich in letzter Zeit mysteriöse Todesfälle ereigneten. Während Eswai glaubt, dass das jüngste Opfer schlicht Selbstmord begangen hat, sind die abergläubischen Dorfbewohner der Ansicht, dass der Geist eines toten Kindes für das ganze Unheil verantwortlich ist. Die Spuren führen Eswai schließlich auf das geheimnisvolle Schloss der Baronesse Graps. Dort muss er feststellen, dass die Dorfbewohner mit ihrem Glauben an dunkle Mächte offenbar gar nicht so falsch lagen...

Metadaten
Regisseur Mario Bava
Laufzeit 1 h 20 min
Starttermin 8 Juli 1966
IMDb Id tt0060794
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut

Man merkt stets frappierend, dass Mario Bava gelernter Kameramann war, bevor er in den Sechzigern zum Gruselpapst Italiens emporstieg. STYLE-OVER-SUBSTANCE, als abgedroschene Phrase häufig missbraucht, findet auch in vorliegendem Werk nur bedingt Ausdruck, denn Bava zieht den Zuschauer vor allem optisch & orchestral in seinen Bann. Licht und Schatten werden nahezu perfekt genutzt, für die schwindelerregenden Einstellungen, die mit absoluter Hingabe gewählten Blickwinkel, die satten und opulenten Farbkontraste und dem sowieso untrüglichen Gefühl, einen Film wie ein Gemälde vor sich zu haben. Der melodramatische und markerschütternde Score von Carlo Rustichelli entführt in ein atmosphärisches Setting, das, im Genrekontext, seinesgleichen sucht. Sowieso wird die herzlos-sinnfreie und entlarvend-profitorientierte Überleitung des Titels in das eingedeutschte DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA dem Streifen mitnichten gerecht.

Bilder von ""

© − Alle Rechte vorbehalten.

Man wollte wohl auf der damaligen Erfolgswelle der britischen HAMMER-Produktionen mit schwimmen, dabei entwertet sich jedoch leider die hoch verdiente Gunst des Alleinstellungsanspruchs, welche der Film hingegen verdient. “HAMMER auf LSD” möchte man überspitzt ausspeien, denn der Rausch der psychedelischen Alptraum-Bilder nimmt einen völlig gefangen, wenn man für diesen Aspekt nostalgischer Filmkunst empfänglich ist, denn solch ein Werk muss man mit allen Sinnen erleben, anstatt sich bloß stumpf berieseln zu lassen. Nichtsdestotrotz hätte der Plot noch Detail,-& wendungsreicher gestaltet werden können, zumal sich, gerade im mittleren Segment, deutliche Längen offenbaren, d.h., es wurde sich zu lange und gemächlich auf der Storyline um das ungleiche Duell (ABER)GLAUBE VERSUS WISSENSCHAFT ausgeruht, was die eigentliche Mordermittlung der Ordnungsmacht zur Nebensächlichkeit verkommen ließ.

Bilder von ""

© − Alle Rechte vorbehalten.

Spannungsspezifisch ein fataler Lapsus, denn plot-twistige Irrwege à la SHERLOCK HOLMES hätten der durchaus interessanten, verzwickt-tragischen Familiengeschichte der GRAPS’es noch mehr Tiefe und Würze geschenkt, und dadurch letztlich sinnstiftendere Relevanz im Bezug auf den übernatürlichen Killer im Mädchenkleid geliefert. Apropos: Mehr Qual, mehr Blut, und vermehrt-explizite Todessequenzen hätte(n) es schon sein dürfen, auch in Relation zur Entstehungszeit. Sei es d’rum, OPERATION ANGST (OPERAZIONE PAURA) gelungen! MISSION ACOMPLISHED, Monsignore Bava! (Stefan)


 

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Translate »
error: Content is protected !!
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x
%d Bloggern gefällt das: