Kritik: Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein (1973)

Kritik: Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein (1973)

Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein

19731 h 34 min
Kurzinhalt

Zusammen mit Melissa, einem weiblichen Vogelwesen, will der Magier Cagliostro auf seinem Schloss eine neue Rasse züchten, um die Welt zu beherrschen. Dazu benötigt er das Monster von Dr.Frankenstein, welches er entführt

Metadaten
Regisseur Jesús Franco
Laufzeit 1 h 34 min
Starttermin 31 Mai 1973
IMDb Id tt0068559
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Bilder
Bei Jess Franco ist das mit dem Begutachten immer eine Sache der Stimmung. ENTFESSELTE BEGIERDE zum Beispiel ist ein Schnarcher vor dem Herrn, aber ich hatte das Glück in der richtigen Stimmung zu sein, et voilà, einer meiner liebsten Francos (zumindest bis zur noch ausstehenden Zweitsichtung). Bei EINE JUNGFRAU IN DEN KRALLEN VON VAMPIREN war ich wohl nicht in der richtigen Stimmung. Irgendwie hatte ich das Gefühl, mehrere gleichzeitig laufende Filme zu sehen, die wild miteinander vermengt wurden, ohne dass ernsthafte Berührungspunkte bestanden. Die Bourroughs’sche Cut-up-Methode als Film, gewissermaßen. Da haben wir einen Softporno mit Britt Nichols in der Hauptrolle, die die Freuden der lesbischen Liebe entdeckt. Dann haben wir einen Krimi mit einem begriffsstutzigen Kommissar und einem investigativen Journalisten, ein Drama mit einem alternden Schlossherrn, sowie eine poetische Betrachtung der Schönheiten Spaniens.
Bilder von "Eine Jungfrau in den Krallen von Frankenstein"

© 1973 Comptoir Français du Film Production − Alle Rechte vorbehalten.

Aber wie gesagt, es fehlen die Zusammenhänge. Das geht soweit, dass man nicht einmal ansatzweise erfährt wer in dem zweiten Sarg liegen könnte. Wer der Giallo-artige Mörder ist wird auch nicht geklärt, und die Geschichte mit dem Spazierstock ist als roter Hering so faul wie die Fische von Verleihnix. Auch die Reihenfolge der einzelnen Szenen konnte ich nicht nachvollziehen. Als ob der Cutter seine Zigarrenkiste mit den noch nicht montierten Filmschnipseln auf den Boden geworfen und anschließend das Chaos irgendwie zusammengeschustert hat. Ganz offensichtlich haben Franco und ich sehr schnell das Interesse an dem Film verloren, sonst hätte zumindest er sich doch wahrscheinlich wenigstens etwas mehr Mühe gegeben. Denke ich …
Ein paar Mal sorgt die schöne Musik für die zu Beginn erwähnte Stimmung (gesehen wurde die französische Fassung mit dem Original-Soundtrack), und Britt Nichols und Anne Libert sind auch wunderbar anzusehen. Trotz einiger fragwürdigen Einstellungen und Handlungsverläufe kann der Film doch recht gut unterhalten und kommt sehr sleazige rüber, eben typisch für Franco. Die diejenigen die diese Art Filme mögen werden auch diesen Streifen schätzen. (Zsolt)


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