Kritik: Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)

Kritik: Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)

Die rabenschwarze Nacht

Es gibt einige sehr gute Gründe, Angst vor der Dunkelheit zu haben.

19851 h 46 min
Kurzinhalt

Charley Brewster, ein Highschool-Schüler, entdeckt zufällig die wahre und unheimliche Natur von Jerry Dandrige, seinem schneidigen und rätselhaften neuen Nachbarn; aber niemand scheint bereit, ihm zu glauben.

Metadaten
Regisseur Tom Holland
Laufzeit 1 h 46 min
Starttermin 2 August 1985
IMDb Id tt0089175
Detail
Medien
Film-Details Verfügbar
Bewertung Sehr Gut

 

Tom Holland schrieb in den 80er Jahren das Drehbuch zu einer Horror-Komödie die mal so ordentlich mit den typischen Klischees des Genres spielt. Was ist dann noch am besten? Man setzt sich selbst auf den Regiestuhl und inszeniert seine Ideen selbst. Nur der Autor selbst weiß worauf es ankommt und was er mit seinem Skript aussagen möchte. So geschah es das 1985 der Streifen FRIGHT NIGHT in die Kinos kam. Nur ein Jahr später wurde FRIGHT NIGHT sogar in den deutschen Kinos aufgeführt.

Bilder von "Die rabenschwarze Nacht"

© 1985 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Tom Holland schuf mit seinem ersten Film einen echten kleinen Geheimtipp, der bei vielen RETRO-FREAKS einen gewissen Kultstatus mit sich rum trägt. Das darf und kann er auch, denn dieser Film ist auf seine Art und Weise einzig nicht artig! Regisseur Tom Holland war seit Beginn des Films vom Horror-Genre fasziniert. Somit ist es nicht sonderlich verwunderlich das er nur drei Jahre später DIE MÖRDERPUPPE drehte. Doch zuvor wagte er noch einen Versuch im Thriller-Genre und legte mit FATAL BEAUTY mit Whoopi Goldberg einen weiteren erfolgreichen Start hin. Aufgrund seines Erfolges im Horror Geschäft, wurde ihm die Möglichkeit gegeben für die TV-Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT eine Episode zu inszenieren.

Bilder von "Die rabenschwarze Nacht"

© 1985 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Zu seinen weiteren bekannten und erfolgreichen Filmen zählen zweifellos LANGOLIERS, eine Stephen King Verfilmung von 1995 und THINNER – DER FLUCH von 1996. Holland beschränkte seine Erfahrungen im Filmgeschäft nicht nur auf das Drehbücher schreiben und Regieanweisungen zu geben. Nein, er war auch selber vor der Kamera aktiv als Darsteller. Zum einen spielte er den Charakter Harker in LANGOLIERS und Carl Hough in einer weiteren Buchverfilmung von Stephen King in THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT.

 

FRIGHT NIGHT macht Laune. Geschickt spielt der Film mit den Klischees aus dem Horror-Genre. Vor allem an den Mythen und Weisheiten des Vampirismus und des Werwolfes. Verpackt in einen Film mit zahlreichen Anspielungen. Die wohl beste Anspielung ist die Rolle von Peter Vincent. Hat es schon klick gemacht? An Anlehnung an zwei große Schauspieler aus der Zeit der HAMMER Filme. Peter Cushing und Vincent Price. Beide britischen Schauspieler waren mehrmals in der Rolle eines Vampirkillers vor der Kamera zu sehen.

FRIGHT NIGHT geht eine Entwicklungsphase durch. Anfangen tut er mit einem recht komödiantischen Part. Ein Junge der inmitten seiner Pubertät steckt, seine erste richtige Freundin. Das erste Mal steht kurz bevor. Doch da tauchen neue Nachbarn auf, die in das lange leerstehende Nachbarhaus einziehen. Doch irgend etwas scheint nicht mit denen zu stimmen. Sie bewegen sich nur Nachts in der Öffentlichkeit und alle Fenster sind stets mit Rollos zugezogen. Manche Fenster sind sogar mit schwarzer Farbe bestrichen. Durch eine Beobachtung sonderbare Dinge ist Charley Brewster der Überzeugung das es sich um Vampire in der Nachbarschaft handelt. Nun versucht er seine Mitmenschen davon zu überzeugen, aber niemand möchte ihm Glauben schenken.

Bilder von "Die rabenschwarze Nacht"

© 1985 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

In diesem Abschnitt des Films entfaltet sich der humorvolle Part sehr stark. Geschickt werden immer wieder zwischendurch typische Klischees von Vampiren in den Plot eingestreut. Sei es die langen Eckzähne, oder auffallender silberner Schmuck an den Fingern bis hin zu den langen, dünnen Fingern mit spitzen Fingernägeln. Natürlich dürfen rot-leuchtende Augen nicht fehlen um das Erscheinungsbild zu komplettieren.

Ab dem mittleren Part wandelt sich FRIGHT NIGHT vom Komödien-Genre zu einem Horrorstreifen. Zahlreiche aufwendige Effekte, detailreiche Kostüme, beeindruckende Schmink-Kunst sind fortan fester Bestandteil. Hinzu kommen zahlreiche Verwandlungsszenen von Mensch zum Vampir, Mensch zum Werwolf, Vampir zur Fledermaus und vieles mehr. Mit vielen handgemachten Effekten wurden viele Szenen und Einstellungen inszeniert. Wer den Klassiker AMERICAN WERWOLF IN LONDON kennt, wird hier mit FRIGHT NIGHT auch mit tollen Verwandlungsszenen belohnt. 

Bilder von "Die rabenschwarze Nacht"

© 1985 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

 

FRIGHT NIGHT ist ein sehr unterhaltsamer und spannender Beitrag aus dem Sub-Genre der Vampire. Die Blütezeit dieser Filme war längst vorüber und manche solcher Werke gingen beim Publikum völlig unter. Doch dieser Film schaffte es sich über die Jahre hinweg einen gewissen Charme und Status bei den Fans der 80er Jahre Filme zu ergattern und wird heute immer noch gerne gesehen. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die Schauspieler. Allen voran Roddy McDowall in der Rolle des Peter Vincent, der Vampirkiller. Der britische Schauspieler spielte in zahlreichen Filmen mit. Sei es seine Rolle als Andrew in EIN GOLDFISCH FÄLLT INS WASSER mit Goldie Hawn oder auch in SHAKMA von 1990. In die Rolle des Vampirs Jerry Dandrige schlüpfte Chris Sarandon, der Ex-Ehemann von Susan Sarandon. Auch er ist kein Unbekannter und erfolgloser Schauspieler und kann auf eine lange und abwechslungsreiche Karriere zurückblicken.

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© 1985 Columbia Pictures − Alle Rechte vorbehalten.

Für den erotischen Touch des Films wurde Amanda Bearse engagiert. Ja richtig, die Schauspielerin die man eher mit der Rolle der Marcy aus EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE verbindet mimt hier ein normales Mädchen aus der Nachbarschaft. Dabei mutiert sie im Verlauf des Films mithilfe eines Bisses von Vampir Jerry zur Femme Fatale. Im sexy weißen Kleid aka Marylin Monroe mit langer gelockter Mähne. Doch Vorsicht! Frauen können echt bissig werden.

 

FRIGHT NIGHT ist eine gelungene Hommage an die Vampirfilme der 60er und 70er Jahre. Jeder Horrorfan der alten Schule sollte ihn mindestens einmal gesehen haben. Drei Jahre später kam die Fortsetzung MEIN NACHBAR DER VAMPIR in die Kinos. Konnte doch nie so wirklich an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Da hat es nicht genützt das man hier wieder Roddy McDowall und William Ragsdale ins Boot geholt hat. Selbst Hollywood ließ den Film nicht in Ruhe und spendierte ihm eine Hollywood-Typische Frischzellenkur und inszenierte von beiden Teilen jeweils ein Remake.


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