Hudson Hawk – Der Meisterdieb (1991)

Hudson Hawk – Der Meisterdieb (1991)

Hudson Hawk - Der Meisterdieb

19911 h 40 min
Kurzinhalt

Hudson Hawk ist ein professioneller Dieb, der, gerade aus dem Gefängnis entlassen, von ein paar Mafiosi gezwungen wird, eine Da-Vinci-Statue zu entwenden. Zusammen mit seinem Partner Eddie gelingt das Unternehmen, doch Hawk muß feststellen, daß die Mafiosi im Auftrag von jemand anderem gearbeitet haben: dem schrillen Millionärspärchen Mayflower. Die sind hinter einem dreigeteilten Kristall her, mit dessen Hilfe man mit Da Vincis Goldmaschine das Edelmetall künstlich herstellen kann. Hawk kann ihnen nicht entkommen, er wird zu weiteren Raubzügen gezwungen, verfolgt von einer Agentin des Vatikan. Irgendwann wird ihm die Sache allmählich zu bunt, doch gegen ihn stehen neben den Mayflowers auch noch deren angeheuerte exzentrische Killertruppe samt militärischem Leiter, ein bissiger Hund und ein Butler mit mörderischen Klingen im Ärmel. In kürzester Zeit wird die Sache turbulent...

Metadaten
Regisseur Michael Lehmann
Laufzeit 1 h 40 min
Starttermin 23 Mai 1991
IMDb Id tt0102070
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Der BOX-OFFICE-Flop HUDSON HAWK kostete ca. 70 Millionen Dollar, was für eine solide Krimikomödie auch absolut ausreichend gewesen wäre. Es geht auch mitnichten um die sinnvolle Verteilung des Budgets, auch nicht um die herbe Differenz zum späteren Ertrag, denn DER MEISTERDIEB holte späterhin im VHS-Segment die fehlenden “Kino-Dollars” wieder recht ordentlich auf.
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Nein, HUDSON HAWK krankt inszenatorisch, handwerklich und besetzungstechnisch, und dies alles sogar (und fatalerweise) in Kombination. Zudem gestaltete sich die Produktion unheilvoll steigernd zu katastrophalen Set-Bedingungen mit nicht mehr zu kittender Atmosphäre, woraufhin auch “zu viele Köche” die ohnehin schon schwächliche “Drehbuch-Suppe” rühren und schließlich versalzen durften.
Aber, der Reihe nach: BRUCE WILLIS erweist sich als glatte Fehlbesetzung, denn er ist “der Harte mit den frechen Sprüchen”. Einen Gentleman-Meisterdieb kann man locker scripten, dies schreit aber beispielsweise nach einem Mann wie PIERCE BROSNAN. Zudem lag WILLIS nahezu den gesamten Dreh über mit Regisseur LEHMANN im Clinch, sie diskutierten am Ende, wenn man Set-Insidern glauben mag, sogar über das Wetter, die Pausenkaffee-Temperatur oder Filmemacherei generell.
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Die Bewertung des restlichen Casts kann an dieser Stelle bereits ausgespart werden, denn es ist der Dolchstoß für eine solche Produktion, wenn der titelgebende und überwiegend handlungsrelevante HELD DER GESCHICHTE keine Empathie generiert, weil der Hauptdarsteller lustlos, steif und überheblich agiert, sich eben miese OFF-Stimmungen in’s ON übertragen. Wenn dann auch noch ein ursprünglich zumindest originäres (zu keinem Zeitpunkt originelles) Drehbuch von einem knappen Dutzend kommenden und gehenden Autoren zerfleddert wird, sodass die Anforderung KOMÖDIE nicht mehr greift, weil eben die Gags nicht mehr zünden, sind das schon mehr wie zwei Sargnägel für HUDSON HAWK.
Dass BRUCE es “humorvoll ohne Brechstange” kann, hat er ein Jahr später in DER TOD STEHT IHR GUT (USA 1992 – ROBERT ZEMECKIS) bestens bewiesen, hier ist er Opfer des Grotten-Scripts und seiner selbst zugleich.
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Um als TRASH durchzugehen, ist der Streifen zu (ungewollt) bieder-ernst, mit garantiert nicht beabsichtigtem Tragi-Einschlag. Für einen Actionfilm ist der Flick zu lahm und als ein Drama eignet sich strukturell und charakterspezifisch gar nichts, andere Genres liegen völlig außerhalb der kausalen Relevanz.
Man merkt, wie man abschweift und ausweicht. Man simuliert gedanklich Verbesserungskonzepte, wenn man einen Film und sein Grundkonzept eigentlich unbedingt mögen möchte.
Jedoch ist HUDSON HAWK eben schon lange abgedreht und bleibt als ein Durchschnittswerk der leichten Kost kaum erinnerungswürdig.

Für “Hardcore-WILLIS-Fans”, zur “Komplettierung im Regal”, ist es freilich unerlässlich, für alle Anderen sei es empfohlen, die Zeit cineastisch anderweitig zu nutzen. (Johnny)


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