Romeo und Julia (1968)

Romeo und Julia (1968)

Romeo und Julia

Nichts ist süßer als die verbotene Frucht.

19682 h 18 min
Kurzinhalt

Regisseur Zeffirelli ging 1968 das einzigartige Wagnis ein, die Rollen von Romeo und Julia mit zwei unbekannten Teenagern zu besetzen, die genauso jung waren wie die Titelhelden des Stücks. Das Ergebnis verblüffte damals die Welt, und es begeistert bis heute.

Metadaten
Laufzeit 2 h 18 min
Starttermin 2 April 1968
IMDb Id tt0063518
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut
Bilder
“Romeo und Julia” ist eine der berühmtesten Tragödien von William Shakespeare, die er vermutlich in den Jahren zwischen 1594 und 1596 schrieb. Die Handlung selbst umfasst den kurzen Zeitraum von nur 5 Tagen, die sich in der Spätrenaissance zur Sommerzeit in der norditalienschen Stadt Verona abspielt. Dieser weltberühmte Theaterstoff wurde mehrfach verfilmt. Meistens mit Darstellern und Darstellerinnen, die die dreißig Jahre schon längst überschritten hatten. Daher war die 1968er Verfilmung von Franco Zefirelli auch beinahe schon revolutionär, weil die beiden Hauptdarsteller Olivia Hussey und Leonard Whiting bei den Dreharbeiten fast so jung waren, wie das Original es tatsächlich vorsieht. Denn damals gabs ganz andere Normen wie heute, wenn man Julias Mutter zu ihrer beinahe 14jährigen Tochter sagen hört: “Gut, es ist nun Zeit daran zu denken; es gibt hier in Verona jüngere als ihr, und Frauenzimmer von Stand und Ansehen, die schon Mütter sind. Bei meiner Ehre, in dem Alter worinn ihr noch ein Mädchen seid, war ich schon eure Mutter.
Bilder von "Romeo und Julia"

© 1968 Paramount − Alle Rechte vorbehalten.

Ich will’s also kurz machen, und euch sagen, daß sich der junge Paris um euch bewirbt”. Gerade diese Wahl von zwei ganz jungen Protagonisten machte den Zefirelli Film auch zu einem riesigen Erfolg. Der farbenprächtige Historienstreifen, der an Originalschauplätzen in Italien gedreht wurde, spielte 1968 alleine in den USA 39 Millionen Dollar ein und war nach “2001 – Odyssee im Weltraum” und “Funny Girl” der dritterfolgreichste Kassenhit des Kinojahres.

Es ist auch noch heute die mit Abstand beste Verfilmung des Stoffes für mich, denn sie deckt gleich drei Komponenten perfekt ab: Einerseits ist alles an diesem Film so authenisch, dass er es spielend schafft den Zuschauer in eine andere Zeit hineinzuversetzen. Ein Kunststück, dass sicher nicht allein Historienfilm so spontan und spielend gelingt. Andererseits ist “Romeo und Juila” auch ein zeitgenössisches Kinostück, denn es spiegelt irgendwie auch die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts perfekt ein. Diese Zeit des Umbruchs, den Siegeszug der Jugend durch die Popmusik und drittens muss man Heute feststellen, dass der Film keine Spur gealtert ist. Trotz des nostalgischen Soundtracks von Nino Rota, der ein bisschen an die Kinomelancholie eines Dr. Schiwago erinnert und noch einen tragischen Filmsong “A rose will bloom” von Bruno Filippini beisteuert, schmälert nichts diesen Eindruck des Ewig Aktuellen. Zwei Liebende und eine feindlich gesinnte Umwelt, die das Glück verhindert. Zefirelli Präsentiert hier mit wunderschönen Kostümen und Kulissen, so dass der Zuschauer über die komplette Laufzeit gut unterhalten wird. Die Familienfehde und die Liebesgeschichte wird hier mit sehr schönen Bildern (Kameramann: Pasqualino de Santis) erzählt, für mich hat Zeffirelli mit diesem Film ein kleines Meisterwerk geschaffen. (Zsolt)


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