Sag niemals nie (1983)

Sag niemals nie (1983)

Sag niemals nie

19832 h 14 min
Kurzinhalt

Von einem Nato-Stützpunkt in England werden auf spektakuläre Weise zwei Atomraketen gestohlen. Als die Nato damit erpresst werden soll, schicken die Briten ihren Topagenten James Bond, um die nukleare Bedrohung abzuwenden, und die Gangster dingfest zu machen.

Metadaten
Regisseur Irvin Kershner
Laufzeit 2 h 14 min
Starttermin 7 Oktober 1983
IMDb Id tt0086006
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Gut

Gerade dieser Teil der Bond-Reihe wird oft zwiespältig betrachtet, klar es dürfte kein Geheimnis mehr sein, das er auch nicht zur offiziellen Reihe gehört, sondern eher als eine Art Remake von “Feuerball” gesehen werden sollte. Ironie des ganzen passend zum Filmtitel ist, das Sean Connery zuvor gesagt hatte, er würde nicht mehr in die Rolle des James Bond schlüpfen: Sag niemals nie! Wie gewohnt mit attraktiven Bond-Girls, hier bekommen wir Barbara Carrera und Kim Basinger zu Gesicht – zwei sehr hübsche Frauen in der Bond-Welt. Klaus-Maria Brandauer als Bösewicht kann ebenfalls gut punkten und überzeugt seine Rolle den Zuschauer. (Stefan)


 

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Johnny Janzerino
4 Monate zuvor

1983 war ein turbulentes, skandalträchtiges und letztlich einzigartig(-zweideutiges) Jahr für das James-Bond-Franchise, welches in dieser Zeit zum Spielball mächtiger Produktionsfirmen wurde und in einem, bis heute einzigartigem, Novum der berühmten Reihe gipfelte, nämlich dem zeitgleichen, konkurrierenden Start zweier Bond-Abenteuer.

So begab es sich, dass der U.S.-Riese METRO-GOLDWYN-MAYER (MGM) die britische Filmschmiede UNITED ARTISTS (UA) “schluckte”, woraufhin es zu verschiedenen Rechtsstreitigkeiten kam, die letztendlich keine gemeinsame Linie für den EINEN, neuen Bond-Film entstehen liessen, dafür aber bis heute viele rankende Mythen und Gerüchte bedingten.
So kamen also tatsächlich OCTOPUSSY, mit Roger Moore als “Geheimagent Ihrer Majestät”, sozusagen der “britische Part” von UA & der Ur-Produzenten-Familie BROCCOLI, und der MGM-Vertreter (durch die Konzerntochter TALIA FILM) aus den Staaten, nahezu zur selben Zeit in die internationalen Lichtspielhäuser, obwohl heutzutage das gesamte Franchise wieder unter dem Dach von MGM zu finden ist, denn zu Beginn brüllt stets “der berühmte Löwe”.

Während OCTOPUSSY “schnell im Kasten” und auf der Leinwand war und mit einem schon etwas altersschwach agierenden Roger Moore und einer langatmigen, eher unspektakulären Storyline, dafür aber mit unheilvoller Athmosphäre und einem hyper-spannenden Finale aufwartete, mussten MGM plötzlich liefern, nachdem sich die Amis zuvor weit aus dem Fenster gelehnt und die kultige Macht dieses Franchises sträflich unterschätzt hatten. Eine gefühlte Ewigkeit hatte das Projekt weder Titel, noch Regisseur oder Hauptdarsteller, geschweige denn eine Geschichte, da die Origin-Stories von Ian Fleming [zunächst noch] tabu, weil an Broccoli gebunden, waren.

So kam es schließlich zum cineastisch ur-amerikanischen Qualitätsanspruch der Marke “Glotzen-statt-Kleckern”, denn MGM verpflichtete nicht nur Irwin Kershner, noch in aller Munde für sein 1980er-STAR-WARS-Meisterwerk THE EMPIRE STRIKES BACK, sondern auch, nach langem Ringen und knallhart-zähen Verhandlungen, Sean Connery himself, den “Ur-James” vorvergangener Tage, welcher nach seinem bis dato letzten Einsatz als 007, im 1971er DIAMONDS ARE FOREVER, beteuernd geschworen hatte, NIE und NIEMALS mehr den JAMES BOND spielen zu wollen.

Doch es kam, wie es kommen musste: MGM nahm allgemein und, Connery betreffend, im Speziellen noch mehr “Kohle in die Hand”:
Der in die Jahre gekommene Schotte wurde schließlich mit einer bis dato Rekordgage von drei Millionen US-Dollar, sowie einem fast grenzenlosen Mitspracherecht und einer prozentualen Gewinnbeteiligung, geködert, sodass SAG NIEMALS NIE an den Start gehen konnte.

Sean Connery holte den Österreicher Klaus Maria Brandauer ins Boot, was sich als kongenialer Glücksgriff erweisen sollte, nachdem er den Charakterdarsteller zuvor in MEPHISTO (1981) bewundern durfte. Mit dieser “teuflischen Gala” schaffte Brandauer den großen Sprung von der Theaterbühne auf die Kinoleinwand, wobei die Rolle als manisch getriebener, narzistischer und ebenfalls geheimnisvoll-diabolischer Bond-Bösewicht Largo den internationalen Durchbruch bedeutete. Connery und Brandauer spielten 1990 noch einmal gemeinsam in der Literaturverfilmung DAS RUSSLAND-HAUS.

Wem der Rollenname Largo bekannt vorkommt, liegt goldrichtig, denn NEVER SAY NEVER AGAIN ist ein Quasi-Remake des 1965er Connery-Bonds THUNDERBALL, “Quasi” deshalb, weil das Grundgerüst der Geschichte dann doch zunächst teuer eingekauft, obgleich erheblich modifiziert und, die Charaktere betreffend, aus,-& umgebaut wurde. Wo sich FEUERBALL noch auf die Traumkulissen und altbewährten Gimmicks verliess, zudem durch die überbordenden Unterwasser-Tauchsequenzen etwas langatmig wirkte, gelingt SAG NIEMALS NIE eine sinnvolle und spannungsfördernde Straffung der Story, samt besserem Cast und härterer Szenen, außerdem ausgestattet mit den liebsten Bond’schen Ingredenzien, wie schönen Frauen, exotischen Schauplätzen, sinistren Bösewichten und starken Actionsequenzen.

Die wunderschöne und mega-sexy Kim Basinger glänzt als Bond-Girl Domino, Brandauer sticht Adolfo Celi als Largo deutlich aus und Max von Sydow gibt Ur-Villain Ernst Stavro Blofeld seine geheimnisvoll-bösartige Aura (samt weisser Graule-Katze) zurück. Noch darüber thront der Auftritt des Ex-Playmates Barbara Carrera als “Femme fatale” Fatima Blush, teuflisch durchtrieben und gnadenlos gefährlich bildet sie mit Basinger ein maximal erotisches, konträr-ungleiches Duo der Extraklasse.

“Sag niemals nie” ist neben “Dr. No” der einzige Bondfilm, der keine der berühmten Vorspannsequenzen mit den über den Bildschirm wandernden und in einer Schuss-Staffette mündenden Kugeln besitzt. Dieses gewohnte Intro wurde zwar gedreht, fand aber im fertigen Film nie Verwendung, dafür gab es “Bond in Aktion” in Extralänge und mit dem tollen Titelsong von Lani Hall garniert, sodass man die zumeist künstlerisch-sphärischen Einspieler nach der “Kugel-Parade” kaum vermisst.

Sean Connery selbst durfte sich mit seiner besten Leistung als Doppelnull-Agent von den Fans verabschieden. Selbstironischer, lockerer, erotischer und im Umgang mit allem und jedem versierter, sah man den vielfachen “Sexiest Man Alive” NIE und NIEMALS zuvor.
Er durfte wohl erst am Ende seinen absoluten Frieden mit DER Filmfigur machen, die in jungen Jahren sein Leben für immer veränderte.
Dafür dürfte das eh’ schon nicht mehr gute Verhältnis zu Albert Broccoli endgültig erkaltet sein, welcher Connery angeblich schon nach DIAMANTENFIEBER Lustlosigkeit und Altherren-Arroganz vorwarf.
Für den Starproduzenten war es dann vielleicht ein zusätzlicher Nackenschlag, dass sein ehemaliger Liebling in diesem “Ausflug außerhalb der Reihe” so konterkarierend glänzte.

Sei es d’rum, um zum Schluss auf das Interkontinental-Duell zurückzukommen, sowohl OCTOPUSSY als auch NEVER SAY NEVER AGAIN wurden zu Kassenhits, wobei der “britische Vertreter” etwas billiger und etwas erfolgreicher war, im Gegensatz zum “U.S.-Ableger”, der jedoch eine Art “späten Nischenkult” innehaben dürfte, ähnlich wie Lazenby’s Solo-Auftritt oder Dalton’s Zweiter.

9 von 10

(Johnny)

Translate »
error: Content is protected !!
1
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x
%d Bloggern gefällt das: