Straßen in Flammen (1984)

Straßen in Flammen (1984)

Straßen in Flammen

19841 h 30 min
Kurzinhalt

In einer namenlosen amerikanischen Großstadt regiert die zahlenstarke Rockerbande des Outlaws Raven über die eingeschüchterte Bürgerschaft, und nicht einmal die Polizei wagt es, dem wilden Treiben der Motorradmänner Einhalt zu gebieten. Als Raven jedoch die Rocksängerin Ellen Aim von der Bühne weg entführen läßt, hat er sich mit dem Falschen angelegt. Ellens alter Freund, der Ex-Marine Cody, macht sich im Alleingang auf, das Mädchen zu befreien und Raven ein für allemal das Handwerk zu legen.

Metadaten
Regisseur Walter Hill
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 1 Juni 1984
IMDb Id tt0088194
Detail
Medien
Film-Details
Bewertung Sehr Gut

“Straßen in Flammen” ist Walter Hill’s Anti-Film versus der eigenen, stilistischen Filmographie, denn maximal-männliches Heldentum durch macho-mäßige Überheblichkeit wird nur plakativ und erkennbar überreizt zur Schau gestellt, dazu knistert es zu deutlich und verkappt homoerotisch zwischen dem Guten (kernig-sexy: Michael Paré) und dem Bösen (garstig-androgyn: Willem Dafoe), wo sich, irgendwo dazwischen, Rick Moranis (als SIDEKICK Billy Fish) lümmelt und, wie immer, seine ganz eigene, darstellerische Duftmarke der Sonderklasse setzt.

Vielmehr obliegt den Damen das, untereinander konträre, Powerplay:
Diane Lane ist DIE Trophäe, erspielt sich aber vor allem musikalisch eine herausragende Eigenrelevanz. Die Bedeutung der irrealen, virtuosen Film-Band FIRE INC. und die Mega-Performance der attraktiven Aktrice ist nicht hoch genug einzuschätzen, in den Bereichen Style, Spieltempo, Atmosphäre und sogar Plot-Relevanz, denn der illegale Club am Ende der fiktiv-namenlosen, stets verregneten und in durchgehender Finsternis liegenden Mega-City fungiert als, metaphorisch, “letzter Zufluchtsort am Ende der Welt”, wo die KUNST (drinnen) noch über das CHAOS (draußen) siegt und einen Megahit offenbart, der, trotz seines sich proportional steigernden Tempos und seiner schier unbändigen Kraft, melancholisch stimmt, da ONE-HIT-WONDER einer wahnsinnig tollen Band blieb, welche es eigentlich gar nicht gibt.
Deborah van Valkenburgh bildet als Schwester des Helden (Paré) die Brücke der femininen Darstellungshoheit, solide und angenehm ego-zurückhaltend, zwischen o.a. Schönheit und……der burschikosen, “männlichen Nebenrolle” Amy Madigan’s, die als unerbittlich-toughe Anarcho-Soldatin die Kerle allesamt in den Schatten schwitzt, rülpst, prügelt, ballert, brüllt und ja, natürlichste SPIELT, denn Rolle und Cast werden zur untrennbaren Einheit, dem “härtesten Hund” im Film. Herausragend!

Sowieso ist alles in STREETS OF FIRE irgendwie anders und doch seltsam vertraut.

Walter Hill erschafft eine Parallelwelten-Melange aus Mobster-Haien, Steampunk-Bikern, postapokalyptischen Cowboys, anarchistischen Hoodies, anti-ideologisch-toughen Cops und überzeichnet-korrupten Arschloch-Bullen, verquirlt alles und schmeißt dieses ungemein frech-unangepasste und positiv-progressiv-eigenartige Rock-Oper-Märchen in eine Fantasie-Szenerie, wo die 1950er und 1980er Jahre kongenial verschmelzen und verschiedene Jugendbewegungen ihre filmgewordene und lustvolle Ideal-Ausgeburt der grenzenlosen, freien Entfaltung geschenkt bekommen.

“TONIGHT IS WHAT IT MEANS TO BE YOUNG” (Johnny)


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